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13. Maiwanderung


Die 13. Flurwanderung des Heimatvereines Mündling führte zum Hochbehälter der Rieswasserversorgung auf den Hasel.
Zu der traditionellen Flurwanderung am 1. Mai konnte 1. Vorstand Martin Gehring trotz Regens 35 Interessierte begrüßen. Zu den Stammgästen gesellen sich auch immer wieder neue Gäste aus unserer Gegend hinzu. Ein besonderer Gruß galt dem Mündlinger Heimatforscher Josef Wenninger der die Tour ausgewählt hat, und die Besichtigung des Hochbehälters organisierte. Wenninger berichtete vom Mühlweg der Richtung Gosheim führte, wo die Mühlen entlang der Schwalb das Getreide der Mündlinger Bauern mahlten. Der Weg führte vorbei an den Feldern „Hinterm Schreiner“. Im Norden von Mündling standen früher die beiden Nordhöfe, allerdings ist deren genauer Standort unbekannt wie Wenninger berichtete. Die alte Huisheimer Straße die noch teilweise vorhanden ist, führte im Tal an der Huisheimer Rinne und dann zum Huisheimer Flecken und –Buck. Hier mussten die Mündlinger mit den Hausnummern von 30 bis 77 im Winter Schneeräumen.

Auf der „Weidich“ liegen die Felder der „Langen Gwand“ die mit einer Länge von 200 Metern einzigartig in Mündling waren. Am Schiedhaus (von Scheiden) so erzählte uns der Heimatforscher wurden früher die toten Tiere durch den sogenannten Schinder entsorgt. Nächster Halt war der Kreuzplatz (die Gemeinde hatte an allen vier Himmelsrichtungen um Mündling Feldkreuze errichtet) dieses Kreuz steht seit der Flurbereinigung an der neuen Strasse nach Huisheim / Gosheim. Vom Kreuzplatz aus sehen wir die Erlie, der Name kommt vom Erlenbestand der entlang des Grabens stand. Auch war die Erlie ein Gebiet mit vielen Quellen, bei Trockenheit wurde dort Wasser für Mensch und Vieh geholt. Am Höhenberg wurden vor 1830 die Felder aufgrund ihrer Steilheit auf die 78 Rechtler Mündlings aufgeteilt. Beim Wegebau in der Flurbereinigung um 1970 wurde dort ein großer Eichenstock gefunden der darauf hinweist, dass der Höhenzug ein Eichenwald war. Im Anschluss grenzt der Dreiviertelsteil an, der Name kam davon, dass die Grundstücksflächen ein dreiviertel Tagwerk betrugen. Die noch heutige Flurgrenze zwischen Huisheim und Mündling und die Landesgrenze zwischen der Grafschaft Oettingen und Pfalz-Neuburg bildet bis 1806 die Olach (heute Ellerbach). Die Olachmühle die bis 1949 in Betrieb war, wurde erstmals im Jahre 1691 urkundlich erwähnt. Im Jahre 1876 brannte die Mühle ab, dies war übrigens der erste Einsatz der 1874 gegründeten Mündlinger Feuerwehr. Am Stadel der Olachmühle steht heute noch ein Stein aus dem Jahre 1880 der an die Pfarrdörfer Huisheim und Mündling erinnert.

Am Winzberg angelangt erklärte Wenninger, dass der Name von Weinzberg kommt und dort Wein angebaut wurde. Vor der Kiesentnahme, durch den Wegebau während der Flurbereinigung waren die Trassen am Berg noch sichtbar. Nach der Überquerung des Ellerbaches sehen wir den Flurstein, der die Fluren von Harburg (Felder des Salchhofes) und Huisheim trennt. Hier wurden auch schon Überreste aus einer vorhandenen Ansiedelung entdeckt und archiviert.
Als wir die Waldung des Hasels erreichten, ließ auch der Regen nach. Nach ein paar hundert Metern kamen wir zu einem Marterl, das an den Huisheimer Hans Keßler erinnert, der 1992 an dieser Stelle bei Waldarbeiten ums Leben kam. In einer Gedenkminute wurde an ihn und allen Verunglückten gedacht.
Den Berg hinauf ging es zu einer Grabstätte aus der Hallstattzeit, und weiter zu einem Bodendenkmal, das auf ein Fundament eines Wachturmes aus der Stauferzeit hinweist. Die Vermutung liegt nahe, dass der Hasel zu dieser Zeit nicht bewaldet war. Auf dem Hasel angekommen, wurde die Gruppe vom Vorsitzenden der Rieswasserversorgung und ersten Bürgermeister der Stadt Harburg Wolfgang Kilian und dem technischen Leiter der Rieswasser Herrn Hiltner aus Bissingen begrüßt. Hiltner erklärte, dass das Wasser in Blindheim, Steinheim und Schwenningen aus Brunnen bis zu einer Tiefe von 150 Metern gefördert und zum Salmannsberg gepumpt wird. Übrigens dort wird zur Zeit eine Wasserenthärtungsanlage für ca. 7 Millionen Euro gebaut die ohne chemische Zusätze, nur mit Zugabe von Brandkalk und Quarzsand das Wasser von derzeit 21 DH auf 13 DH heruntersetzt. Von dort wird dann das Wasser in das Vertriebsgebiet verteilt, das eine West-Ostausdehnung von 25 km und eine Süd-Nordausdehnung von 55 km hat. Der Rieswasserversorgung gehören derzeit 122 Gemeinden an, der Verbrauch liegt bei ca. 7 Millionen cbm/Jahr.
Größter Einzelabnehmer ist das Brauhaus in Oettingen berichtete der Vorsitzende. Hiltner ging auch auf die Technik und Logistik sowie die Sicherheitseinrichtung des Hochbehälters und des Leitungssystems ein. Kilian berichtete, dass das Wasser unser kostbarstes Lebensmittel ist, von dem der Mensch am Tag ca. 130 Liter verbraucht, getrunken werden davon nur zwei Liter!!! Gehring und Wenninger bedankten sich bei den Herren Kilian und Hiltner, dass sie sich trotz des Feiertages für uns Zeit nahmen und lud sie und die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen auf den Bühlhof, der letzen Station der heimatkundlichen Flurwanderung, ein.

Auf dem Weg zum Bühlhof zeigte Wenninger uns noch die Wasserversorgung des Bühlhofes und den Platz, an dem bis 1870 der Stetthof stand bevor er abbrannte. Auch ein Krieg soll hier im Jahre 841 stattgefunden haben. Auch der Salchhof der unterhalb des Bühlhofes liegt, blieb nicht unerwähnt. 1415 war die Ersterwähnung des Wolfdrossen und 1529 dann der Salchhof. Kirchlich gehören der Bühl- und Salchhof zu Mündling auch zur Schule gingen die Kinder damals nach Mündling, gemeindlich gehörten sie zu Harburg.
Bei Kaffee und Kuchen, den die Frauen des Heimatverein Mündling gebacken haben, klang die 13. Flurwanderung am Bühlhof aus. Martin Gehring bedankte sich nochmals bei allen, die trotz Regens dabei waren, bei allen auswärtigen Gästen, bei den Herren der Rieswasserversorgung, beim Versorgungspersonal und vor allem bei Anton Braun der uns seine Scheune für die Kaffeepause zur Verfügung gestellt hat.

i. A. Rupert Litzel,
Vorstandschaftsmitglied des Heimatvereines

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                          Im Hochbehälter

 

 

       
       
       
       


 

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Heimatverein Mündling e.V.