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● Vom weißen Kreuz zum Silbersee


Flurführung mit dem Heimatverein Mündling


Bei herrlichem Frühlingswetter machten sich rund 50 Interessierte auf, darunter wieder einige Auswärtige, um Mündlings Flur entlang der nördlichen Flurgrenze zu erkunden. Nach der Begrüßung durch die 2. Vorsitzende Andrea Riedelsheimer, übernahm Josef Wenninger die Führung und erklärte unterwegs alte Flurnamen. Vom Ausgangspunkt „Luggasse“ ging’s in nördliche Richtung „Fünfstettener Straße“, früher „Fünfstetter Gass’“, dem weißen Kreuz entgegen. Das Sühnekreuz,
ein Patengeschenk des Heimatgeschichtlichen Vereines Ebermergen wurde vor zwei Jahren im Rahmen einer Flurprozession geweiht. Wenninger erinnerte an die Ursache und Umstände, die im Jahre 1449 zur Errichtung eines Steinkreuzes geführt hatten: Konrad Maurer und dessen Sohn erschlugen den Schuhmacher Jakob Oettinger aus Mündling. Die Täter und Angehörigen des Ermordeten verglichen sich in einem Sühneverfahren und errichteten neben weiteren Bußen ein Steinkreuz „Vier Werkschuh ob der Erde hoch“, dies entspricht etwa 108 Zentimetern.
Die „Breite“ ist ein breites ebenes Flurstück, das mehr breit als lang ist und in Dorfnähe für Grundherren in Fronarbeit bewirtschaftet wurde. Der „Kotacker“ weist besonders feuchten, klumpigen und schweren Boden auf. Der „Seilisteil“ hat seine Bezeichnung wohl von einer bis 1970 erhaltenen Bildsäule, die an eine erfrorene Leichensagerin aus Wemding erinnerte. Das „Sachsenfeld“ gehörte dem lange erhalten gebliebenen Adel zu Otting-Fünfstetten. Die Edlen „Monterny“, teils mit deutschem, teils mit französischem Einschlag, ein verarmter Adel, verkauften 1901 die Gemarkungen „Oberholz“ und „Sachsenfeld“.
Jenseits der Fünfstettener Straße konnte ein alter „Huatstein“ - abgeleitet von Vieh hüten, mit den Markierungen „M“ für Mündling und „F“ für Fünfstetten, besichtigt werden. Der Vertrag bescheibt unter anderem auch das Begehungs- und Triebrecht. Die Besitzer sind der Schmalz- und Kirchenbauer aus Rudelstetten. Aus dem Weidevertrag vom Jahre 1662 geht hervor, dass hier vom St. Georgstag = 23. April bis zum Martinstag = 11. November, der Wald auch als Weide für Schweine und Rinder genutzt werden durfte. Berthold von Brünnsee überträgt das Gut „Brunehovert = Brunnhaupten“ dem Kloster Kaisheim. Der letzte Eintrag aus den Kaisheimer Urbaren lautet: Gefälle ist ein großer Zehent der Pfarrei Mündling, was soviel bedeutet, dass die Kirche Anspruch auf ein Zehntel des Ertrages hatte.
Die Exkursion führte weiterhin nach Westen, vorbei an der ausgekofferten Trasse der Äthylenleitung Karlsruhe
– Ingolstadt in Richtung Olachmühle. Die herrlichen selten gewordenen Heideblumen am Wegrand ließen jedes Botanikerherz höher schlagen. Bereits im Jahre 1400 wird die Olachmühle als Kaisheimer Mühle erwähnt. In dem Urkataster von 1830 wird eine Mahlgerechtigkeit verbrieft = ein Mahl- und Gerbgang. Bis 1949 war noch ein oberschlächtiges Mühlrad in Betrieb. Der Name rührt vermutlich von „Ellerbach = Erlach“ her, da sie von diesem gespeist wurde. Seit der Flurbereinigung fließt der Bach im Westen in den idyllisch gelegenen Silbersee, der an den Flurgrenzen Gosheim, Huisheim und Mündling liegt. Er ist auch im Besitz der drei Dörfer und wird gerne von Ausflüglern zum Baden benutzt. Abschließend gab es für die Teilnehmer Getränke und Kuchen.

 

 

       
       
       
       

 

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Heimatverein Mündling e.V.